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24.09.2007

Beitrag in der TLZ vom 20.09.07

Nisthilfen aus Holzbeton

Nahezu unverwüstlich sind die Nistkästen, die der Naturschutzverein arborea aus Holzbeton herstellt. Andreas Jung präsentiert ein Exemplar. Foto: Werner

Gotha. (tlz) Den meisten Menschen liegt der Naturschutz am Herzen, doch nur wenige machen wirklich einen Finger dafür krumm, heben liegengelassenes Bonbonpapier auf oder pflanzen Bäume. Im Kreis Gotha gibt es 15 Naturschutzgebiete, in denen seltene Tiere und Pflanzen beheimatet sind. Der junge Verein "arborea e.V." bemüht sich äußerst praktisch um den Schutz der Umwelt. Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass sich der Verein gegründet hat und er besteht aus relativ wenigen Mitgliedern, nämlich acht. "Wir sind lieber eine kleine Gruppe, dafür aber extrem motiviert, als dass wir sehr viele Mitglieder haben, die alle nur Beitrag zahlen", sagt Andreas Jung, Vorstandsvorsitzender von arborea. Der Verein hat sich vor allem drei Ziele auf die Fahnen geschrieben: Nisthilfen aus Holzbeton sollen in der Umgebung angebracht werden, Biotope entstehen, und auf ihrer Homepage informiert ein umfangreiches Wissensportal über Naturschutzthemen.

"Naturschutzvereine gibt es ja viele, aber die meisten sind uns einfach nicht praktisch genug. Wir wollen ganz konkret vor Ort etwas machen." Zum Beispiel Nisthilfen anbringen. Aus einer speziellen Mischung aus Sägemehl und Zement fertigt der Verein Vogelkästen an: nach eigener Rezeptur und von Hand. Der Holzbeton ist sehr witterungsbeständig und hält bis zu 60 Jahre. Selbst die Lackierung ist ökologisch abbaubar. Mindestens 30 Stück sollen im November auf dem Kranberg angebracht werden. "Die Vögel sehen die Kästen den ganzen Winter über und können sich daran gewöhnen. Manche kleinen Tiere wie etwa Mäuse überwintern sogar drin und im Frühling hat das Material schon den Duft des Waldes angenommen", so Andreas Jung.

Seit einem halben Jahr bemüht sich der Verein bei der Stadt um ein Grundstück. "Es gibt so viele ungenutzte Flächen in Gotha. Es wäre einfach ideal, wenn man dort Bäume anpflanzen oder ein Biotop einrichten könnte", sagt Jung. Ein Antrag bei der Abteilung Stadtgrün sei bis heute ohne Reaktion geblieben. Je nach Beschaffenheit und Lage würde das Gelände artenspezifisch gestaltet und so für bedrohte Tiere neuer Lebensraum geschaffen werden.

Der Verein arbeitet betont wissenschaftlich. Eine Fachbibliothek befindet sich im Aufbau. Rund 260 Exemplare stehen schon in den Räumen des Vereins, der seinen Sitz in der Mönchelsstraße 17 hat.

Beitrag in der TLZ vom 20.09.2007 von Ulrike Müller
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